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· 5 Min. Lesezeit

Haushaltsauflösung Schritt für Schritt: Ablauf, Dauer, Kosten

Eine Haushaltsauflösung läuft in acht Schritten ab: Fristen klären, Unterlagen und Wertsachen sichern, Bestand aufnehmen, Festpreisangebot einholen, Termin planen, räumen und trennen, fachgerecht entsorgen, besenrein übergeben. Die reine Räumung dauert bei einer Wohnung einen Tag, bei einem Haus zwei bis vier. Von der ersten Anfrage bis zur Schlüsselübergabe sollten Sie zwei bis vier Wochen einplanen.

Dieser Leitfaden führt durch den kompletten Prozess — mit Zeitplan, marktüblichen Kosten und den rechtlichen Punkten, die im Todesfall wichtig sind.

Hinweis zu den Zahlen: Alle Preisangaben sind marktübliche Orientierungswerte für München und Umgebung. Ein verbindlicher Festpreis entsteht nach einer kurzen Besichtigung.

Schritt 1: Fristen und Zugang klären

Bevor irgendetwas bewegt wird, brauchen Sie Klarheit über drei Dinge:

  • Bis wann muss die Wohnung übergeben sein? Bei Mietwohnungen läuft nach einem Todesfall eine Sonderkündigungsfrist; das Mietverhältnis endet in der Regel spätestens drei Monate nach dem nächstmöglichen Termin.
  • Wer ist berechtigt? Bei mehreren Erben braucht es eine Abstimmung. Ohne Erbschein akzeptieren Vermieter und Banken oft nur eingeschränkt Handlungen.
  • Wer hat Schlüssel? Klären Sie, ob Nachbarn, Pflegedienste oder Angehörige noch Zugang haben.

Wenn absehbar ist, dass das Erbe ausgeschlagen wird, sollten Sie nichts entsorgen. Wer den Hausrat verwertet, kann damit das Erbe konkludent annehmen — samt Schulden.

Schritt 2: Unterlagen und Wertsachen sichern

Dieser Schritt lässt sich nicht nachholen. Gehen Sie die Wohnung systematisch durch und sichern Sie:

  • Ausweis, Geburts- und Heiratsurkunden
  • Testament, Erbvertrag, Vollmachten
  • Bank- und Sparunterlagen, Depotauszüge
  • Renten- und Versicherungspolicen
  • Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Nebenkostenabrechnungen
  • Grundbuchauszüge, Fahrzeugpapiere
  • Laufende Verträge (Strom, Telefon, Abos, Mitgliedschaften)

Erfahrungswert: Bargeld, Schmuck und Sparbücher liegen selten im Safe. Prüfen Sie Kleidungstaschen, Bücher, Schubladenrückwände, Gefrierfächer und Keksdosen. Ein seriöses Räumungsunternehmen dokumentiert Funde und übergibt sie Ihnen — fragen Sie aktiv danach, wie damit umgegangen wird.

Schritt 3: Bestandsaufnahme

Legen Sie fest, was in drei Kategorien fällt:

  1. Behalten — Erinnerungsstücke, Möbel für Angehörige, Wertgegenstände
  2. Verwerten — gut erhaltene Möbel, Elektrogeräte, Antiquitäten, Metalle
  3. Entsorgen — der Rest

Markieren Sie die erste Kategorie deutlich, am besten mit farbigen Klebepunkten. Das verhindert Missverständnisse am Räumungstag zuverlässiger als jede mündliche Absprache.

Schritt 4: Angebot einholen

Ein belastbares Angebot setzt eine Besichtigung voraus — vor Ort oder per Foto und Video. Achten Sie darauf, dass das Angebot schriftlich vorliegt und diese Punkte ausdrücklich enthält:

  • Festpreis inklusive aller Entsorgungsgebühren
  • Anfahrt, Personal, Container und Containerwechsel
  • Besenreine Übergabe
  • Umgang mit Wertanrechnung
  • Entsorgungsnachweis
  • Termin und voraussichtliche Dauer

Ein Festpreis ohne Besichtigung ist das häufigste Warnsignal. Die genaue Kostenaufschlüsselung finden Sie im Artikel Was kostet eine Entrümpelung in München?.

Schritt 5: Termin planen

Rechnen Sie rückwärts vom Übergabetermin:

Zeitpunkt Aufgabe
4 Wochen vorher Besichtigung, Angebot, Beauftragung
2–3 Wochen vorher Unterlagen sichern, Behaltenes aussortieren
1 Woche vorher Halteverbotszone beantragen, Verträge kündigen
Räumungstag Räumung, Trennung, Abtransport
1–2 Tage danach Endreinigung, ggf. Schönheitsreparaturen
Übergabetermin Gemeinsame Begehung mit Vermieter, Protokoll

Die Halteverbotszone braucht in München je nach Bezirk 7 bis 14 Tage Vorlauf — das wird am häufigsten unterschätzt.

Schritt 6: Räumung und Wertstofftrennung

Am Räumungstag arbeitet das Team von oben nach unten und von hinten nach vorn. Getrennt wird direkt beim Austragen nach:

  • Sperrmüll und Restmüll
  • Holz, Metall, Papier und Kartonagen
  • Elektroaltgeräte (gesonderte Entsorgungspflicht)
  • Sondermüll: Farben, Lacke, Öle, Chemikalien, Leuchtstoffröhren
  • Verwertbares für die Wiederverwendung

Eine 3-Zimmer-Wohnung mit rund 32 m³ schafft ein Team von vier Personen an einem Arbeitstag, sofern der Zugang stimmt.

Schritt 7: Fachgerechte Entsorgung

Lassen Sie sich einen Entsorgungsnachweis geben. Das ist kein Formalismus: Wird Hausrat illegal entsorgt, haftet im Zweifel der Auftraggeber — also Sie. Ein seriöser Betrieb weist nach, über welche zugelassenen Entsorgungswege die Fraktionen gegangen sind.

Bei Verdacht auf Asbest — etwa alte Nachtspeicheröfen, Bodenkleber oder Dämmungen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren — darf nur ein Fachbetrieb tätig werden. Das ist keine Option, sondern Vorschrift.

Schritt 8: Besenreine Übergabe

Besenrein bedeutet: vollständig geräumt, gekehrt, frei von Müll und persönlichen Gegenständen, Schränke und Böden leer, grobe Verschmutzungen entfernt. Eine professionelle Endreinigung inklusive Fenster, Sanitär und Küche geht darüber hinaus und muss gesondert vereinbart werden.

Was der Vermieter darüber hinaus verlangen darf — etwa Schönheitsreparaturen — hängt vom Mietvertrag ab. Details dazu im Artikel Wohnung besenrein übergeben: Was verlangt der Vermieter wirklich?.

Gehen Sie zur Übergabe mit einem Protokoll und machen Sie Fotos von jedem Raum. Das ist Ihr Nachweis, falls später über die Kaution gestritten wird.

Kosten im Überblick

Objekt Marktübliche Spanne Dauer
1-Zimmer-Wohnung 900 – 1.900 € 1 Tag
2-Zimmer-Wohnung 1.800 – 3.500 € 1 Tag
3-Zimmer-Wohnung 2.600 – 4.800 € 1–2 Tage
Einfamilienhaus 4.500 – 9.000 € 2–4 Tage
Zuschlag Sondermüll ab 150 €
Zuschlag Etage ohne Aufzug 8–15 % je Etage
Endreinigung (über besenrein hinaus) 3 – 8 € / m² 0,5–1 Tag

Der emotionale Teil

Eine Haushaltsauflösung nach einem Todesfall ist keine reine Logistikaufgabe. Zwei Dinge helfen erfahrungsgemäß:

Nehmen Sie sich einen eigenen Termin für die Erinnerungsstücke — allein oder mit der Familie, in Ruhe, vor dem Räumungstag. Wer das mit dem Räumungstermin zusammenlegt, trifft Entscheidungen unter Zeitdruck, die später leidtun.

Sie müssen nicht dabei sein. Nach klarer Absprache genügt eine Schlüsselübergabe. Viele Angehörige, die nicht in München wohnen, wickeln die gesamte Auflösung aus der Ferne ab — mit Fotodokumentation der Fundstücke.

Alle Leistungen und den Ablauf im Detail finden Sie auf der Seite Entrümpelung und Haushaltsauflösung in München. Steht zusätzlich eine Renovierung oder ein Umzug an, koordinieren wir das im Komplettservice als einen Auftrag.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Wie läuft eine Haushaltsauflösung ab?

In acht Schritten: Zugang und Fristen klären, Unterlagen und Wertsachen sichern, Bestandsaufnahme, Angebot einholen, Termin planen, Räumung mit Wertstofftrennung, Entsorgung mit Nachweis und schließlich die besenreine Übergabe. Ein professionelles Team übernimmt ab Schritt 3.

Wie lange dauert eine Haushaltsauflösung?

Die reine Räumung dauert bei einer 2- bis 3-Zimmer-Wohnung einen Tag, bei einem Einfamilienhaus zwei bis vier Tage. Rechnen Sie insgesamt mit zwei bis vier Wochen von der ersten Anfrage bis zur Übergabe — der größte Teil davon entfällt auf Sichtung und Terminfindung.

Was kostet eine Haushaltsauflösung in München?

Marktüblich 35 bis 70 € pro Quadratmeter. Eine 70-m²-Wohnung liegt damit bei etwa 2.400 bis 4.500 €, ein Einfamilienhaus bei 4.500 bis 9.000 €. Verwertbare Möbel und Wertgegenstände können gegengerechnet werden und senken den Endpreis.

Wer zahlt die Haushaltsauflösung im Todesfall?

Die Kosten trägt der Nachlass, also die Erben. Schlagen alle Erben das Erbe aus, geht die Räumungspflicht auf den Vermieter beziehungsweise einen Nachlasspfleger über. Heben Sie alle Rechnungen auf — sie sind als Nachlassverbindlichkeit steuerlich abzugsfähig.

Welche Unterlagen muss ich vor der Räumung sichern?

Ausweise, Testament, Versicherungspolicen, Renten- und Bankunterlagen, Grundbuchauszüge, Mietvertrag, Fahrzeugpapiere und laufende Verträge. Gehen Sie außerdem gezielt Schubladen, Bücher und Kleidungstaschen durch — dort liegen erfahrungsgemäß Bargeld, Schmuck und Sparbücher.

Was passiert mit noch brauchbaren Möbeln und Gegenständen?

Verwertbares wird aussortiert und der Wiederverwendung zugeführt — über Sozialkaufhäuser, Gebrauchtwarenhändler oder Antiquitätenankauf. Der geschätzte Wert kann bei einer Wertanrechnung vom Angebot abgezogen werden.

Muss ich bei der Haushaltsauflösung anwesend sein?

Nein. Nach der Besichtigung und einer klaren Absprache, was mitgenommen und was entsorgt wird, genügt eine Schlüsselübergabe. Viele Angehörige, die nicht in München wohnen, wickeln die Auflösung so aus der Ferne ab.

Was bedeutet besenreine Übergabe genau?

Die Wohnung ist vollständig geräumt, gekehrt und frei von Müll und persönlichen Gegenständen. Grobe Verschmutzungen sind entfernt, Schränke und Böden leer. Eine professionelle Endreinigung mit Fenstern und Sanitär geht darüber hinaus und ist gesondert zu vereinbaren.

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